Neuinvestitionen

ET 490 und ET 474 Redesign - neue Power für Hamburgs Nahverkehr

Die Hamburger können sich über neue Züge auf den Schienen ihrer Hansestadt freuen, denn die S-Bahn Hamburg investiert über 500 Millionen Euro in die Fahrzeugbeschaffung sowie in die Modernisierung ihrer bereits bestehenden Flotte und Werkstätten.

In Vorbereitung auf den neuen Verkehrsvertrag, der im Dezember 2018 mit dem Fahrplanwechsel in Kraft tritt, beschaffen wir für die Beförderung unserer Fahrgäste insgesamt 72 Fahrzeuge der neuen Baureihe 490. Bis Ende 2018 sollen 60 Züge des Typs ET 490 in Betrieb genommen werden. 2019 folgen 12 weitere Fahrzeuge. Damit steigt die Gesamtzahl der S-Bahn-Züge von 164 auf 184 - das sind ganze 12 Prozent. Mit dieser Kapazität können wir ab 2019 auf allen Linien mit sogenannten Vollzügen (mit sechs Wagen) und auf der Linie zwischen Neugraben und Elbgaustraße in der Hauptverkehrszeit mit Langzügen (neun Wagen mit Platz für insgesamt 1.500 Menschen) fahren.

Zudem bekommen die 112 Züge des ET 474 ein umfangreiches Redesign. Bis 2021 wird die Baureihe im laufenden Betrieb modernisiert, durchgängig begehbar gemacht und mit einem modernen Fahrgastinformationssystem ausgestattet. Aktuell sind bereits über 30 redesignte Fahrzeuge im Streckennetz auf Tour - sofort zu erkennen an den Wagenübergängen und der hellen Innenraumgestaltung.

ET 490 im Probebetrieb am Bahnsteig

Der neue ET 490 für Hamburg

Im Februar 2017 wurde das erste Fahrzeug der neuen Baureihe 490 im S-Bahn-Instandhaltungswerk Ohlsdorf der Öffentlichkeit vorgestellt. Aktuell ist der ET 490 für Testfahrten im Netz unterwegs, bevor der Probebetrieb mit Fahrgästen startet.

Die Züge der Baureihe 490 wurden speziell für das Hamburger Schienennetz entwickelt und sollen es zukünftig noch leistungsfähiger und umweltfreundlicher machen. Die drei Wagen des 66 Meter langen Zuges sind durchgängig begehbar. Zur Ausstattung dieser Baureihe gehört zudem ein hochmodernes Fahrgastinformationssystem. Über Monitore werden die Kunden der S-Bahn Hamburg in Zukunft über den weiteren Streckenverlauf sowie über aktuelle Geschehnisse aus Hamburg und der Welt sowie Fahrplanabweichungen informiert.

Es wird während der Fahrt nicht nur informativ, sondern auch richtig bequem: Die Mehrzweckabteile hinter den Führerständen sind größer als in den vorangegangenen Baureihen und bieten somit mehr Platz für mobilitätseingeschränkte Personen, Kinderwagen und Gepäckstücke. Eine weitere Neuerung dürfte viele Kunden vor allem in den Sommermonaten überzeugen: Der ET 490 ist mit einer Klimaanlage ausgestattet.

Neben den inneren Werten kann sich auch die äußere Erscheinung des ET 490 mehr als sehen lassen. Das Design der Triebwagenfront bildet ein silbernes H, das sich von der leuchtend roten Lackierung des Zuges optisch absetzt. Der markante Buchstabe steht für das neue Zuhause des Zuges, Hamburg.

Zudem ist der neue Zug energiesparend unterwegs: Für den Betrieb der Klimaanlagen werden Wärmepumpen genutzt. Die Wärme, die erstmalig bei einem Schienenfahrzeug in Europa innerhalb der Klimaanlage eingesetzt wird, verbraucht weniger Energie, als wenn die Fahrzeuge konventionell elektrisch beheizt würden. Zwischen 2 und 10% Primärenergie lässt sich je nach Jahreszeit dadurch einsparen. Ferner wird Abwärme aus den Antriebsanlagen zum Heizen gewonnen. Damit wird weniger Energie benötigt und es kann effizienter geheizt werden.

Außerdem findet eine Energierückgewinnung beim Bremsen statt. Beim elektrischen Bremsen erzeugen die Fahrzeuge Energie, die wieder ins Netz zurückspeist werden. Je nach Aufnahmefähigkeit des Netzes können hier relativ hohe Energiemengen zurückgewonnen werden, allerdings nicht mehr, als man mal zum Anfahren "hineingesteckt" hat.

Der neue ET 490 löst die Fahrzeuge der Baureihe 472 auf der Linie der S21 ab und wird darüber hinaus auch auf anderen Streckenabschnitten eingesetzt. Weitere Planungen sehen zudem vor, dass der ET 490 bei möglichen neuen Linien zum Einsatz kommen wird.

Die neuen Wagenübergänge machen den Zug durchgängig begehbar

Umfangreiche Modernisierung für die Baureihe 474

Bis 2021 werden alle 112 Fahrzeuge des Typs ET 474 sukzessive neu gestaltet. Im Fokus stehen dabei die Wagenübergänge und die hellere Innenraumgestaltung.

Außerdem bietet ein neu gestalteter Mehrzweckbereich im Mittelwagen den Fahrgästen zukünftig mehr Stauraum für beispielsweise Fahrräder und Kinderwagen, wodurch mehr Platz für mobilitätseingeschränkte Menschen hinter den Lokführerständen in den beiden Triebwagen entsteht.

Zukünftig erhalten die redesignten Züge zudem ein modernes Fahrgastinformationssystem mit Monitoren für Fahrgastfernsehen.

Das Grundgerüst des neuen Werks

Modernisierung und Neubau von Werkstätten - für mehr Effizienz und Umweltfreundlichkeit

Die Erweiterung der Flotte mit zusätzlichen Fahrzeugen sowie das Inkrafttreten des neuen Verkehrsvertrages erfordern auch hinsichtlich der Instandhaltung zahlreiche Erneuerungen und Verbesserungen. Eine dieser Maßnahmen stellt die Modernisierung der Halle 2 des Instandhaltungswerks Ohlsdorf dar. Dort wurde unter anderem eine Unterflurradsatzdrehmaschine (kurz: URD) verbaut, welche das ebenerdige Abfräsen und das Beseitigen von Flachstellen ermöglicht, was bisher nur mit externer Hilfe möglich war. Zudem wurde die 130 Meter lange Halle um circa 15 Meter erweitert. Dadurch können nun zwei Züge hintereinander auf jeweils einem der insgesamt drei Gleise stehen und gleichzeitig überprüft und gewartet werden. Die Außenbereiche sowie die Verkehrsflächen im Umfeld des Instandhaltungswerks wurden den neuen Gegebenheiten ebenfalls angepasst. Nachdem die Umbaumaßnahmen fast genau ein Jahr in Anspruch nahmen, konnte das Werk Ohlsdorf im Februar 2017 wieder vollständig in Betrieb genommen werden. Insgesamt investierte die S-Bahn Hamburg rund 10 Millionen Euro in die Modernisierung des Geländes.

Und die Weiterentwicklung geht stetig voran: Im Dezember 2017 wurde der Grundstein für den Neubau des Instandhaltungswerks am Kronsaalsweg in Stellingen gelegt. Das neue Werk wird den Standort Elbgaustraße ersetzen und auf ca. 20 000 Quadratmetern entstehen. Vor Ort werden rund 100 Mitarbeiter im Einsatz sein. Bei der Investition in Höhe von 35 Millionen Euro setzt die S-Bahn Hamburg vorrangig auf Umweltfreundlichkeit und moderne Technologien.

So wird es die 160 Meter lange und 42 Meter breite Halle ermöglichen, Züge an vier Gleisen und acht Arbeitsständen gleichzeitig zu reparieren und zu warten - an sieben Tagen in der Woche, rund um die Uhr. Zusätzliche Gleise und Weichen außerhalb des Gebäudes werden für weitere Abstellmöglichkeiten sorgen, wodurch sich die Werkskapazität um insgesamt 25 Prozent steigert. Ein weiteres Hauptaugenmerk hat das Unternehmen auf eine umweltfreundliche Energieversorgung gelegt. Mit Hilfe einer Photovoltaikanlage wird eine hundertprozentige Eigenversorgung des Werks in den Sommermonaten ermöglicht. Das Instandhaltungswerk Stellingen wird voraussichtlich Ende 2018 in Betrieb genommen.

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